7 Jahre - LiebeserklÀrung an meine Tochter

Der 31.7.2015  hat mein Leben komplett verÀndert.

 

Ich war nicht wirklich darauf vorbereitet - ich dachte, mein Leben ginge weiter wie bisher, nur mit Kind dabei 😂

Ich hatte keine Ahnung von Babys oder Kindern. Ich mochte sie nicht mal besonders - immer dreckig, laut, mit klebrigen Fingern


Als meine Tochter auf der Welt war, war nichts mehr so wie vorher. Da war dieses kleine, perfekte Wunder, das zu 100% auf uns Eltern angewiesen war.

Und ich war ĂŒberfordert.

Ich wusste nicht, was ich mit meiner schreienden Tochter machen sollte.

Ich hatte keine Ahnung, wie man ein Baby versorgt, was es braucht, was ich wie machen sollte.

Ich konnte mit dem Schlafmangel nicht umgehen.

Ich wusste nicht, wie ich diese unglaublich starken GefĂŒhle aushalten und begleiten könnte. Ich wusste auch nicht, wie stark und vielfĂ€ltig meine eigenen GefĂŒhle sein können.

Und mein Glaubenssatz „ich muss das alleine schaffen“ hat mich daran gehindert, um Rat oder UnterstĂŒtzung zu bitten.

 

Meine Mutter hat mir, als ich sie ein paar Wochen vor dem ET panisch angerufen und von meinen Ängsten erzĂ€hlt hatte, gesagt „du wirst dann schon wissen, was zu tun ist! Du wirst das schaffen und intuitiv alles richtig machen!“.

Sie wollte mit Mut machen.

Bei mir war es aber nicht so - ich wusste es einfach nicht intuitiv. Stattdessen kam das GefĂŒhl dazu:

  • Ich bin keine richtige Mutter (weil ich nicht intuitiv weiß, was zu tun ist).
  • Ich bin nicht gut genug (weil ich ĂŒberfordert bin und mich hilflos fĂŒhle).
  • Ich darf nicht um Hilfe bitten, weil MĂŒtter das wissen und alleine schaffen sollten.

 

Manchmal denke ich:

  • Ein Leben ohne Kinder wĂ€re einfacher.
  • Ohne Kinder könnte ich endlich wieder ausschlafen.
  • Ohne Kinder wĂ€re ich freier in meinen Entscheidungen.
  • Ohne Kinder könnte ich reisen, wohin ich will.
  • Ohne Kinder hĂ€tte ich weniger Stress und Sorgen.
  • Ohne Kinder könnte ich beruflich viel mehr erreichen.

TatsÀchlich ist es aber so:

  • Ohne meine Kinder wĂ€re ich nicht die, die ich heute bin!
  • Durch meine Kinder habe ich unglaublich viel gelernt (und lerne immer noch) - ĂŒber mich, die Gesellschaft, meine Familie, das Leben im allgemeinen.
  • Durch meine Kinder habe ich mich kritisch mit meiner eigenen Kindheit auseinander gesetzt.
  • Durch meine Kinder werde ich immer wieder mit alten GlaubenssĂ€tzen konfrontiert, die ich bearbeiten und ablegen kann.
  • Durch meine Kinder erlebe ich Familie mit einer Liebe, die ich vorher so nicht kannte.
  • Durch meine Kinder lache ich mehr als je zuvor.
  • Durch meine Kinder entwickle ich mich jeden Tag weiter.
  • Durch meine Kinder hat alles eine neu Bedeutung.

Es hat eine Weile gedauert, doch ich bin die Mutter geworden, die ich gerne sein möchte!

Auf dem Weg dorthin habe ich mich selbst besser kennengelernt. Meine WĂŒnsche, meine BedĂŒrfnisse, meine GefĂŒhle. Ich habe meine PrioritĂ€ten neu sortiert. Bin gewachsen, erwachsen geworden und habe dabei gleichzeitig gelernt, wieder fröhlich und offen zu sein wie ein Kind :)

 

Gemeinsam mit den Kindern entdecken wir die Welt.

Ich bin dankbar, dass es diese beiden kleinen Wesen gibt - so fröhlich, stark, mutig, gefĂŒhlvoll, sensibel, laut, dreckig, wunderschön, perfekt, frech, liebevoll, empathisch


Sie halten mir den Spiegel vor - jeden Tag aufs Neue.

Sie geben mir die Möglichkeit zu VerÀnderung und Entwicklung.

Sie bringen so viele GefĂŒhle in mein Leben, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt.

 

Ich liebe diese Kinder! Und ich liebe das Leben mit meinen Kindern (auch wenn es immer wieder anstrengend, chaotisch, klebrig und laut ist 😉).

 

Herzliche GrĂŒĂŸe,

Eure Stella